Stimmen zur Dreigliederung

Dreigliederung ist für mich wie ein seelisches Aufräumen, ein denkendes Ordnen, eine Selbsterkenntnis- und Gestaltungsarbeit aus tiefem Bedürfnis. Wenn ich mich in die drei Wirkungsräume, des Geisteslebens, des Rechtsleben und des Wirtschaftslebens einlebe, stellt sich mir aktuell das Wirtschaftsleben als grösste Herausforderung entgegen. Es erfordert letztendlich ein auf die ganze Menschheit erweitertes Selbstverständnis. Erst wenn ich mein zunächst beschränktes, egoistisches Bewusstsein unendlich weit mache, und mich in Bezug auf meine irdischen Lebensbedürfnisse mit meinen Mitmenschen verbunden weiss, entsteht Brüderlichkeit. Diese innere Einstellung muss ich richtig trainieren; ja, sie erfordert noch nicht aktivierte seelische Muskelanlagen und lässt Frieden erahnen.

Rahel Wepfer

Malerin und Therapeutin

Wie können wir zu einer Gesellschaft gelangen, die auf freiwilligen Interaktionen statt staatlichem Zwang beruht? Die Dreigliederung bietet eine wertvolle Orientierung. Sie zeigt, dass wir den politischen Raum einschränken müssen, um den Freiraum für freie Bildung und Wissenschaft zu gewinnen und um Wahlfreiheit in einer Wirtschaft zu erlangen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, statt diese zu lenken.

Prof. Michael Esfeld

Wissenschaftsphilosoph, Universität Lausanne

La tripartition sociale me tient à cœur parce qu’elle permet de reconnaître les différentes qualités dans les relations humaines, et de faire des pas vers une manière plus saine de vivre ensemble, que ce soit au niveau du domaine culturel, du droit ou de l’économie.

Aline Amrein

Landschaftsgärtnerin

In den letzten Jahren habe ich als Hebamme in meinem Arbeitsumfeld und in der Gesellschaft viele Veränderungen wahrgenommen. Unter dem Deckmantel der «Optimierung» erlebte ich auch problematische Neuerungen. Mit der Dreigliederung fand ich eine Anschauung, um diese Entwicklungen lesen zu lernen und das Beobachtete äusserlich und innerlich einzuordnen. Sie öffnete meinen Blick für die damit verbundenen sozialen, geistigen und wirtschaftlichen Fragen. Mit Hilfe der Dreigliederung können wir zu Mitgestaltenden einer gesunden, sozialen Struktur in allen Lebensbereichen werden. Sie macht Mut, neue Wege zu gehen.

Edna Back

ehem. Hebamme

Seit vielen Jahren bemühe ich mich, im Sinne der Dreigliederung tätig zu sein. Um die Zivilisation wieder aufwärts entwickeln zu können, benötigt es: Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben, Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben. Das entspricht meiner Erfahrung aus langjähriger Behörden- und Parlamentstätigkeit!

Rudolf Hafner

Betriebsökonom, ehem. Nationalrat und Kantonsrat

Und wenn Sie meine Affiliationen hören, Statistiker, Krankenkassenmanager, Gesundheitsökonom, dann fragen Sie sich vielleicht, wo da eine gemeinsame Basis für ein Gespräch zu finden wäre. Nun vielleicht in der Dringlichkeit des Themas: der Entwicklung des Gesundheitswesens. Und in der Tatsache, dass ich mir seit 32 Jahren Gedanken zu diesem Thema mache und dabei auf verschiedene Ansätze gestossen bin, die in der Deigliederung Steiners, soweit ich sie verstanden habe, eine abrundende Ergänzung fanden.

Prof. Konstantin Beck

Titularprofessor für Gesundheitsökonomie, Universität Luzern

Die „Soziale Dreigliederung“ ist für mich eine treffende Beschreibung einer gesellschaftlichen Realität: 1) alles was Religion, Kultur und Wissenschaft betrifft, sollte auf die freie Entwicklung der Individuen ausgerichtet sein, 2) ein friedliches und gerechtes Zusammenleben kann nur auf der Basis empathischer Wertschätzung und Gleichberechtigung organisiert werden und 3) sollte es Ziel der wirtschaftlichen Aktivitäten (Produktion, Verteilung und Konsum) sein, der ganzen Bevölkerung eine angemessene, umweltgerechte Versorgung mit den Gütern für ein zeitgemässes Leben zu verschaffen.

Marc C. Theurillat

Dipl. Ing. ETH, ehem. Unternehmer

Die Dreigliederung hilft mir die aktuellen komplexen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Probleme der Gesellschaft zu verstehen, sie im beruflichen Alltag konkret zu handhaben und in den verschiedenen Herausforderungen, vor die wir als regionale Gemeinschaft aber auch als globale Menschheit derzeit gestellt sind, einen Sinn zu sehen. Die Dreigliederung ist für mich daher wie ein Garant für Resilienz, ein Kompass bei Orientierungslosigkeit und ein unfassbar nachhaltiges Training für eine Zukunft, in der ich leben möchte.

Matthias Lamprecht

Manager und Berater für eine patientenzentrierte Gesundheitsversorgung

Unser aktuelles Gesundheitssystem krankt an (zu) hohen Prämien und an zu wenig Eigenverantwortung der meisten Beteiligten (Patienten, Ärzte, Krankenkassen). Das zu Grunde liegende Übel sehe ich in meiner täglichen Arbeit als Hausarzt darin, dass die Medizin staatlicherseits überreguliert ist und von wirtschaftlichen Aspekten im Sinne einer Gewinnmaximierung gekapert worden ist.

Das Verständnis für den Organismus der sozialen Dreigliederung hat mir geholfen zu erkennen, dass die Medizin von diesen beiden Einflüssen so weit wie möglich befreit werden muss. Erst dann kann ein gesundes Gesundheitswesen für den einzelnen Menschen erschaffen werden, in dem Selbstheilung und Gesunderhaltung im Vordergrund stehen.

Dr. med. Andreas Heisler

Hausarzt, Gründer von PanaCeHa

Als Kunstschaffende sehe ich in der Dreigliederung des Sozialen Organismus die Chance, dem Kultur- und Geistesleben die ihm gebührende Stellung zu gewinnen, wenn es ihm gelingt, dem Wirtschaft- und Rechtsleben die Inspirationen zu geben, die sie brauchen, um die Nöte und Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen.

Agnes Zehnter

Sprachgestalterin, Amwort

Warum heute aus meiner Sicht die soziale Dreigliederung mehr den je unerlässlich ist:

  • Ein übergriffiger Staat, der das Gesundheits- und Bildungswesen diktiert und dies, je länger je mehr nach EU Vorbild, erstickt Keime zur Dreigliederung.
  • Ich konnte feststellen, wie sich die Gerichtsbarkeit hin zu einem Vollstreckungsorgan der Regierung entwickelt.
  • Eine unheilige Allianz zwischen multinationalen Konzernen und dem Staat, der mittels des neuen Rahmenabkommens sich an die zentralistisch geführte EU binden will, erschwert die Ansätze zur Dreigliederung.
Peter Ruckstuhl

ehem. Unternehmer

Die Systematik unserer heute gelebten Demokratie ist bereits 250 Jahre alt. Es darf also durchaus in Betracht gezogen werden, einen nächsten Schritt zu wagen. Und dies ist für mich der Gedanke der Dreigliederung. Entpolitisierung von Bildung und Wirtschaft, ein gesund geschrumpfter Staat, das Überwinden des veralteten Rechts-Links-Denken – hierin liegt die Zukunft eines friedvollen und vorausschauenden Zusammenlebens.

Lorenzo Vasella

Gemeindeverwalter und ehemaliger Journalist